Rechts

Ord.Nr.: 10.429
Kat.Nr.: 2002-75

Auf den Leuchttisch legen

Graf Brandt

1819
oval: 13.30 cm x 10.30 cm
originaler vergoldeter Metallreif

Lieder malte in dieser Miniatur einen hochdekorierten Herrn mittleren Alters. Die Orden sind deutlich zu erkennen und zeugen von der Detailtreue des Künstlers. Der Dargestellte trägt am Halsband das Kommendeurskreuz des kaiserlich russischen Ordens vom apostelgleichen Vladimir. Er wurde für zivile und für militärische Verdienste verliehen. An der Brustschnalle sind -vom Betrachter aus - von links nach rechts folgende Auszeichnungen erkennbar: Das Ritterkreuz (Kleinkreuz) des österreichisch kaiserlichen Leopold-Ordens, das kaiserlich-österreichische Armeekreuz - das sogenannte Kanonenkreuz - sowie das Ritterkreuz des Miltär-Max-Joseph-Ordens.

Die wohl bedeutendste der vier hier abgebildeten Auszeichnungen ist der Leopold-Orden. Er wurde 1808 von Franz I. (II.) ausdrücklich mit der Absicht gestiftet, hervorragende Taten ohne Rücksicht auf Stand oder Herkunft zu würdigen. Die Auszeichnung wurde für besondere Verdienste zum Wohle von Staat und Gesellschaft verliehen; besondere Beachtung fanden Loyalität zur Heimat und zum Herrscher. Das hier dargestellte Ritterkreuz ist der niedrigste des in drei Grade unterteilten Ordens. Über die Aufnahme in den Orden und die damit verbundene Erhebung in den Adelsstand entschied allein der Großmeister, d.h. der jeweilige österreichische Herrscher. Das sogenannte Kanonenkreuz, ein militärischer Orden, wurde von Franz I. (II.) 1814 unter anderem für die Teilnahme am Krieg gegen Frankreich (1813-1814) gestiftet. Der Militär Max-Joseph-Orden wurde von Maximilian I. Joseph von Bayern für hohe Tapferkeit und außerordentliche militärische Leistungen an Offiziere verliehen.

D. O., J. S. O.


1 Der Überlieferung nach handelt es sich hier um einen "Graf Brand", der im Zuge dieser Arbeit allerdings nicht identifiziert werden konnte. Obwohl die Krone, die das Ordenszeichen überhöht, auf der Miniatur nicht eindeutig sichtbar ist, kann man davon ausgehen, daß es sich hier um den Leopold-Orden handelt. Für die Identifizierung der Orden sei Alexander Guano, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck, sowie einem namentlich nicht genannten Herrn herzlich gedankt.