Jacques Antoine Marie Lemoine
Dame vor Stadtsilhouette
Während um die Mitte des 18. Jahrhunderts die Portraitierten gern in einer Landschaft oder einem Innenraum dargestellt wurden, beschränkten sich spätere Miniaturisten häufig auf die Wiedergabe der Büste vor neutralem Hintergrund. Lemoine wählte für sein um 1785 gemaltes Damenbildnis nicht nur die aufwendigere Landschaftsdarstellung, sondern die Silhouette einer Stadt, was in Miniaturen selten vorkommt. Diese Stadtansicht (möglicherweise Paris) ist fast als Grisaille ganz in Grau gemalt. Dem Zeitgeschmack entsprechend, ist die junge Frau in einem schlichten hellen Kleid mit durchsichtigem Fichu dargestellt. Die voluminöse Perücke wird durch ein schmales blaues Band zusammengehalten, ein Rosengesteck schmückt ihre Brust. Die meisterliche Beherrschung der Gouachefarbe zeigt sich in der lockeren Malweise von Kleid und Hintergrund, wozu das transparent gemalte Inkarnat einen angenehmen Kontrast bildet.





