Rechts

Ord.Nr.: 10.441
Kat.Nr.: 2008-48

Auf den Leuchttisch legen

Dame mit Nelke

um 1750
kreisrund: 5.20 cm x 0.00 cm
vergoldeter Metallreif

Vor einer Parklandschaft und blauem Himmel, den rechten Arm auf ein Steinpodest gestützt, porträtierte der Künstler eine nicht mehr ganz junge Dame. Das kurze, weiß gepuderte Haar ist von einer Spitzenhaube bedeckt, um den Hals trägt sie ein schwarzes Spitzenband, das vorn von einer Agraffe geschmückt wird. Diese findet ihr Pendant in dem Ohrschmuck der Dame.
Der aufwendige Schmuck, das von zarten weißen Spitzen besetzte Kleid, der in stofflicher Fülle um eine Schulter und einen Teil des Oberkörpers fallende blaue Schal zeugen von Eleganz. Die feine und gezierte Stellung der Hände spricht für eine höfische Darstellung: In ihrer linken Hand mit abgespreiztem kleinen Finger, die von einem fingerlosen Handschuh bedeckt ist, hält die Porträtierte graziös eine rosafarbene Nelke. Sie ist im Französischen ein Symbol für Liebe. 1 Mit der rechten Hand fasst sie an das blaue Tuch, das in reichen Falten um ihre linke Schulter und die Brust fällt.

J. S. O.


1 Während im deutschen Sprachraum die Nelke - etymologisch zurück-gehend auf »negelken« (Nägelchen), denn die Form von Blatt und Frucht wurde bildhaft als Nagel gesehen - ein Symbol der Passion ­Christi war, gilt die Nelke im Französischen (œillet), sofern rosafarben, als Liebessymbol.