Heinrich Friedrich Füger
William Commerell
Beide Miniaturen zählen zum Frühwerk Fügers, eventuell aus seiner Heilbronner Zeit. Über den Dargestellten William Commerell konnte bisher nur in Erfahrung gebracht werden, daß er sich 1709 in Heilbronn aufhielt und daß sein Sohn 1732 nach England ging.¹ Der Herr ist aufwendig gekleidet: Er trägt einen blauen Mantel mit pelzbesetztem Kragen und goldfarbenen Verschlüssen, darunter eine goldfarbene Weste, Halsbinde mit Spitzenjabot und Spitzenmanschetten. In der linken Hand hält er einen Brief; sein Blick ist in die Ferne gerichtet, als ob er über den Inhalt des Briefes nachdenke oder sich das Bild des Adressaten in Erinnerung rufe.
Seine Gemahlin, Benigna Christina Commerell, ist ebenfalls sehr vornehm gekleidet. Sie trägt ein rosafarbenes Seidenkleid mit weißen Spitzen an den Ärmeln, breitem grünem Kragen und Schleifenverzierungen. Ohren und Hals sind mit großen Perlen geschmückt, in der linken Hand hält sie das Ende des Spitzenschals, der über das hochgesteckte Haar gelegt ist.
Die meisterhafte Beherrschung der Gouachemaltechnik, die deutliche Punktung in Inkarnaten und Hintergrund und nicht zuletzt die ausdrucksstarke Charakterisierung der Dargestellten sind Merkmale Fügerscher Portraits.
¹ Laut Überlieferung.


