Rechts

Ord.Nr.: 10.570
Kat.Nr.: 2005-105

Auf den Leuchttisch legen

Dame in rotbraunem Kleid und mit schleifenverzierter Haube

1791
kreisrund: 5.60 cm x 0.00 cm
Dose mit Goldfassung

Eine unbekannte ältere Dame wurde von Périn vor einem Hintergrund aus stumpfen Grautönen gemalt. Sie hat den Oberkörper schräg abgewandt, dreht den Kopf zum Maler hin und sucht zu diesem - und dem späteren Betrachter des Bildnisses - den Blickkontakt. Die Porträtierte trägt ein brauntoniges Seidenkleid mit tupferverziertem, transparentem Fichu und leuchtend blauen Seidenschleifen. Ein Band aus gleichem Stoff hält den Kopfschmuck aus Tüllgewebe zusammen.
»Es genügt nicht, das Äußere des Modells abzubilden, man muß darüber hinaus eine Vorstellung seines Charakters geben, seiner Gedankenwelt, und es verstehen, Pose und Ausdruck so zu wählen, daß sie das Innere eines Menschen bestmöglich wiedergeben.« 1 Mit dieser Definition unterstrich Périns Sohn Alphonse die hohen Ansprüche, die an die Kunst eines Porträtisten gestellt wurden. Tatsächlich stimmen Einfachheit in Pose, Ausdruck, Hintergrund und Kolorit im Bildnis der älteren Dame in verblüffender Harmonie überein. Sie verdeutlichen die gesetzte Weisheit einer Frau, die Affekte und Schmeichelei abzulehnen scheint. Ihr Ausdruck ist voller Ruhe, Wärme und Sensibilität.

B.P.


1 Périn 1844, S. 263. Périns Sohn Alphonse verfaßte 1844 eine Biographieüber das Leben seines Vaters. Er schenkte 1853 dem Louvre sein Vaterwäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden außerdem eine Anzahlüberaus wertvoller Miniaturen Périns, von denen einige enge Familienangehörigedarstellen.