Herr mit blauem Rock mit roter Weste
Das Brustbild eines auf einem Stuhl sitzenden Herrn in blauem Rock und leuchtend roter Weste besticht durch den konzentrierten, kühnen und ein wenig herablassenden Blick, mit dem der Portraitierte den Betrachter anzuschauen scheint. Das Licht, das fast vollflächig das ganze Gesicht beleuchtet, und die klare, reduzierte Komposition geben dem Bildnis eine große Unmittelbarkeit. Die tiefliegenden, durch einen karminroten Strich auf den Oberlidern betonten Augen sind typisch für Portraits des Künstlers Périn.
Das Bildnis ist in der Zeit der Revolutionswirren in Frankreich entstanden. Nach der Enthauptung Ludwigs XVI. 1793 wandte sich die fortschrittliche Mode ganz und gar gegen die Pracht der Hofmode; insbesondere der für das Rokoko so typische gepuderte Kopf galt nun als royalistisch. Das zurückgekämmte, zwar noch gepuderte, aber nicht mehr von einer Perücke überdeckte Haar des Portraitierten, das den Blick auf die hohe Stirn und den natürlichen Haaransatz freigibt, betont zusätzlich seinen Gesichtsausdruck.









