Rechts

Ord.Nr.: 10.817
Kat.Nr.: 2000-83

Auf den Leuchttisch legen

Vertumnus und Pomona

um 1710
oval: 5.70 cm x 7.70 cm
späterer vergoldeter Metallrahmen

Diese allegorische Darstellung geht auf eine Geschichte aus Ovids Metamorphosen¹ zurück - eine Liebesgeschichte, in der Verwandlung als List angewendet wurde, um die Gunst einer angebeteten Dame zu erwerben. Die beiden Frauen dieser Miniatur stellen Pomona, die Göttin der Früchte, und Vertumnus dar, einen Gott, dessen Funktion nicht geklärt ist, der aber, wie sein Name schon sagt, fähig war, sich in verschiedenen Gestalten zu zeigen. Vertumnus hatte sich - wie viele seiner göttlichen Kollegen - in die schöne, aber widerspenstige Pomona verliebt. Ihm allein jedoch gelang es, sich mit Hilfe einer List der Angebeteten zu nähern: In der Gestalt einer alten Frau trat er ihr gegenüber und lobte sich (als Vertumnus) dermaßen, daß Pomona sich in ihn verliebte.

Schon in der Spätantike wurde diese Geschichte benutzt, um eine reale Liebesgeschichte zu erzählen, in der die eigentlich gemeinten Personen die Namen der Götter erhielten. Auch hier ließ sich eine Dame als Pomona darstellen, vermutlich mit dem verschlüsselten Hinweis darauf, daß auch sie nicht so leicht zu gewinnen sei.

Ursprünglich war die Miniatur wohl auf einer Dose montiert und diente als Geschenk.

¹ Vgl. Herbert J. Rose, Griechische Mythologie, München 1982, S. 329f.