möglicherweise Friedrich IV., König von Dänemark und Norwegen
In ähnlicher Pose wie König Christian V.¹ von Dänemark, ist dieser Herr, - möglicherweisen Friedrich IV. (1671-1730) - in voller Rüstung dargestellt. Die Linke am Degen, die Rechte auf den Kommandostab neben dem abgelegten Helm gestützt, blickt er unverwandt in die Ferne. Hinter ihm, wie in Feldherrendarstellungen der Zeit üblich, sieht man die verschwommen wiedergegebenen Szenen einer Schlacht. Die Entstehungszeit des Portraits fällt mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Zeitraum des Nordischen Krieges (1700-1721), in dem Dänemark im Bunde mit Polen, Sachsen und Rußland, später auch mit Preußen und Hannover, gegen Schweden kämpfte.
Das vorliegende Miniaturbildnis ist jedoch ungleich dramatischer gestaltet als das Portrait Christians V.: Große Wolkengebilde überziehen düster den Himmel, reißen an einer Stelle auf, so daß eine auf einer Anhöhe liegende Festung beleuchtet wird. Der König selbst ist ruhig, konzentriert und entschlossen dargestellt. Obwohl auch hier der Künstler auf die Wiedergabe der Oberflächen größte Sorgfalt verwendet hat, geht das Bildnis über die rein repräsentative Darstellung weit hinaus. Die Beschränkung der Farbpalette und die ungewöhnliche Blickrichtung verdichten das Bild zu einem individuellen Portrait. Die Haltung des Dargestellten ist zwar herrschaftliche Pose, doch im Zusammenhang mit der raffinierten Lichtführung entstehen mehrere gegenläufige Diagonalen. Sie überziehen das Portrait geradezu wie ein Netz von Spannungslinien.
¹ Vgl. Kat.-Nr.2002-81 in Miniaturen aus der Sammlung Tansey.


















