Ruinenlandschaft
Die Vedute vereinigt vieles, was die Bildungsreisenden seit dem beginnenden 18. Jahrhundert in den Ländern der antiken Kulturen faszinierte: Ein dem Kollosseum in Rom nachempfundenes Gebäude, eine Pyramide und der Eingangsbereich eines Tempels stehen neben einem großen Brunnen, vor dem diverse Staffagefiguren versammelt sind.
Diese Zusammenstellung ist ein reines Konstrukt der Phantasie. Die Vielfalt der Darstellung wurde sicherlich geschätzt, und der Liebhaber der Antike konnte seine eigenen Vorstellungen von Italien, Ägypten und Griechenland wiederfinden oder Erinnerungen an eine dorthin unternommene Reise wachrufen. Die exakte Darstellung der Ruinen erscheint eher gezeichnet als mit Gouache gemalt. Die Hintereinanderstaffelung der Objekte verleiht dem Bild eine große Tiefe, und die Beleuchtung macht die belebte Szene fast greifbar in ihrer Räumlichkeit. Die zeichnerischen Qualitäten dieses wohl französischen Malers erlauben die Vermutung, daß er neben der Miniaturmalerei noch den Beruf eines Radierers oder Kupferstechers ausübte.


















