Rechts

Ord.Nr.: 10.032
Kat.Nr.: 2002-11

Auf den Leuchttisch legen

Selbstbildnis von Aubry

um 1805
oval: 13.70 cm x 10.80 cm
vergoldeter Holzrahmen

In seinem Selbstbildnis im Louvre " hier von einem Schüler kopiert" ist der junge Aubry mit frontal dem Betrachter zugewandtem Oberkörper und abgewandtem Gesicht dargestellt. Die modische Lockenfrisur, der flauschige Backenbart und die leuchtend hellblaue Weste zeigen den Künstler als jungen Mann, der auf sein Äußeres bedacht war und es selbstbewußt präsentiert. Die seitlich aus dem Bild hinausblickende Pose wählte Aubry wohl in Anlehnung an das Selbstbildnis seines Lehrers Isabey, das sich heute in der Wallace-Collection befindet. 1

Aubry war außerordentlich aktiv als Lehrer zahlreicher angehender Miniaturmaler und leitete in Paris ein Atelier für Herren und ein zweites für Damen. 2 Das Porträt, das erst durch den Nachlaß seiner Gattin 1851 an den Louvre gelangte, konnte dort ebenso wie sein Bildnis der Baronin von Benoist von den Schülern studiert und kopiert werden, so daß heute von beiden Miniaturen etliche Nachahmungen bekannt sind. 3 Das Exemplar der Sammlung Tansey gehört zu den besten Schülerarbeiten. Die Initialen "J. A." passen aber zu keinem der bekannten Schüler Aubrys. 4

B. P.


1 Das Selbstbildnis Isabeys entstand etwa zur selben Zeit.

2 Gabet 1831, S.16.

3 Eine Version von Goubert befindet sich in der Schenkung Kern, Museum Briner und Kern, Winterthur, eine weitere von Mme Jaquotot, 1810, ist in der Wallace-Collection, London. Eine anonyme Atelierkopie wurde verkauft bei Sotheby' s, "(bezeichnet) und eine weitere Versionwurde auf der Ausstellung in Brüssel 1913 gezeigt (Tafel XXXVIII, Nr. 177). Eine formatkleinere Variante befindet sich im Musée Lorrain in Nancy, weitere im Musée des Beaux-Arts von Lyon und in jenem von Caen.

4 Bei Jeannerat (1957) wurde das Monogramm falsch als "F. A." gelesen und die Miniatur als ein eigenhändiges Werk Aubrys betrachtet. Jeannerat 1957, S. 26.