Jean-Baptiste Chabus
Gelassen in einem Fauteuil sitzend, hält der Dargestellte in seiner Linken einen Briefumschlag und blickt den Betrachter lächelnd an. Die Aufschrift auf dem Papier ermöglichte die Identifizierung des Herren und machte darüber hinaus den Anlaß zur Entstehung der Miniatur verständlich: "A Mon-sieur/J. B. Chabus/à Paris/L. G(d) Ch (er) /de la Lég (on) / D' hon-neur". Entgegen der ursprünglichen Annahme, Chabus sei der auf dem Umschlag genannte Großkanzler der Ehren-legion, erhält der Dargestellte von diesem, Maréchal Duc de Tarente, den Brief mit der Ernennung zum Ritter der Ehren-legion. An der linken Brust trägt Chabus den von Isabey im Auftrag Napoleons 1802 entworfenen Ordensstern. Die Zeremonie wird im „Procès-verbal de réception d' un chevalierde l' ordre royal de la Légion d' honneur vom 5. November 1829 festgehalten: Chabus hörte kniend den vorgelesenen Bekenntnistext an, dem König treu zu sein, alles eventuell Königswidrige seines Lebens zu enthüllen, ohne Zustimmung des Königs in keines fremden Herrschers Dienste zutreten, den Gesetzen zu gehorchen und alles zu unternehmen, was einem Ritter der Ehrenlegion würdig ist.
Jean-Baptiste Chabus wurde am 8. April 1769 in Lyon geboren. Er ergriff vermutlich den Beruf eines Finanzbeamten, denn das französische Finanzministerium übertrug ihm die Aufgabe, alte Einkünfte in Italien einzutreiben. Da Chabus dies offenbar gelang, erhielt er die Ritterehre. Zum Zeitpunkt der Ernennung wohnte er in Mailand, im "borromäischen Haus".
Aubry malte den Geehrten im Jahr seiner Ernennung. Als Erinnerung an den denkwürdigen Moment bildete er ihn mit dem Brief des Großkanzlers in der Hand ab. 1
B. P.
1 Wir danken René Maître, Paris, und einem auf namentliche Nennung verzichtenden Herrn für ihre Nachforschungen zum Dargestellten.


