Arthur Chaplin
Blumenstillleben
In der hellen Vase mit hohem Fuß steht ein - im Vergleich mit Stilleben van Pols - etwas leer wirkender Blumenstrauß, vorwiegend aus Frühlingsblumen wie Narzissen, Tulpen und Ackerwinde; daneben finden sich aber auch Rosen und Mohn. Alle Blumen stehen kurz vor dem Welken. Einige Knospen aber (z. B. des Mohns rechts oben) korrespondieren mit den Vogeleiern im Nest am Fuß der Vase und geben dem Stilleben den Sinn eines Lebenszyklus vom Werden und Vergehen, einer Allegorie, die für die Zeit dieser Arbeit ungewöhnlich ist. Die ursprünglich aus dem späten Mittelalter stammende Symbolik verlor sich im Zeitalter der Aufklärung. Hier wird noch einmal auf die Tradition der Vanitas-Stilleben des 17. Jahrhunderts in moderner Gestaltung zurückgegriffen.
Nicht allein mit Hilfe eines schräg einfallenden Lichts, sondern vor allem auch durch viele Schrägstellungen und Überschneidungen erreichte der Künstler ein hohes Maß an Räumlichkeit. Die farbliche Komposition ist bemerkenswert: Im Zentrum befindet sich eine weiße Rose, die von verschiedenen Rottönen umgeben ist, zum oberen Rand hin allerdings überwiegen blasse Blautöne, die wiederum mit der Farbe der Eier im Nest korrespondieren.
