Rechts

Ord.Nr.: 10.175
Kat.Nr.: 2002-32

Auf den Leuchttisch legen

Graf Eugen Wrbna

um 1840
rechteckig: 9.80 cm x 8.10 cm
wohl originaler vergoldeter Metallrahmen

Eugen Graf Wrbna und Freudenthal (1786-1848) entstammte der böhmischen Linie des Hauses Wrbna, einer der ältesten und verzweigtesten Familien Alt-Österreichs. Er war der älteste Sohn von Rudolf Graf Wrbna und Freudenthal (1761-1823) und Maria Theresia Fürstin Kaunitz-Rittberg (1763-1813). Als Oberstallmeister und geheimer Rat gehörte er zu den höheren Staatsbeamten. Mit seiner Gemahlin Barbara Gräfin Erdödy (1793-1858) hatte er sieben Kinder. 1

Das Bildnis zeigt deutlichen Einfluß der Malerei von Thomas Lawrence, dessen repräsentative Porträts zwar schlicht, aber äußerst wirkungsvoll gestaltet sind. Charakteristisch für die Bildnisse von Lawrence sind tiefrote, samtene Draperien im Hintergrund und die Konzentration auf die Gesichtszüge des Modells. Der rote Vorhang im Bildnis Daffingers verleiht dem farblich zurückhaltend gestalteten Bild Wärme und Leben. Besonders gelungen ist die dynamisch wirkende Komposition aus gegenläufigen Linien.

Der fahrige Duktus und das lose Geflecht dünner Striche, mit denen Daffinger das Gesicht modellierte, sprechen für eine späte Miniatur, denn diese Malweise ist in Daffingers Werk erst um 1840 ausgeprägt.

D. O.


1 Vgl. das Bildnis von Thérèse Gräfin Mittrowsky geb. Wrbna, Kat.-Nr. 2002-6 in "Miniaturen des 19. Jahrhunderts aus der Sammlung Tansey".