Rechts

Ord.Nr.: 10.187
Kat.Nr.: 2002-30

Auf den Leuchttisch legen

Dame in weißem Kleid mit Rose

um 1835
rechteckig: 9.50 cm x 7.70 cm
originaler vergoldeter Metallrahmen

Das Bildnis einer jungen Dame mit Rose ist ein typisches Werk Daffingers: Vor einem in feinsten Nuancen gemalten Wolkenhimmel erscheint, leicht aus dem Zentrum gerückt, das junge Mädchen in schlichtem Weiß. Ihr Kleid ist bewußt in raschen Pinselstrichen gemalt und effektvoll mit Deck-weiß gehöht. Daffingers gekonnt flüchtige Malweise ist gut an der am Kleid befestigten Rose zu beobachten. Das Nebeneinander von zarter Aquarellmalerei und fast skizzenhafter Wiedergabe ist für Daffingers Arbeiten auf dem Höhepunkt seiner Karriere typisch. Zwar hat der Künstler ab den 1820er Jahren das Damenbildnis "en pleine parade" mit einer Fülle von dekorativem Beiwerk zum Typus des Wiener Biedermeierporträts entwickelt, gleichzeitig entstanden aber auch immer wieder dezente Bildnisse. Erst um 1840 - und besonders nach dem Tod seiner Tochter 1841 - herrschen die schlicht gestalteten Bildnisse in seinem OEuvre vor. Da es sich um ein sehr junges Mädchen handelt, verzichtete Daffinger auf repräsentative Kleidung, Wiener Shawl und großartigen Blumenschmuck. Die Beschränkung auf wenige schmückende Details bringt deren Wirkung besonders stark zum Ausdruck: Der Schimmer der jugendlichen Haut wiederholt sich in der Blüte, der Glanz der erwartungsvoll schauenden Augen wird im dezenten Schimmer des Perlenschmucks wieder aufgenommen.

D. O.