Rechts

Ord.Nr.: 10.183
Kat.Nr.: 2002-39

Auf den Leuchttisch legen

Dame in hellblauem Kleid

1827
oval: 10.40 cm x 8.60 cm
vergoldeter Metallrahmen

Johann Friedrich Dietler reiste als junger Mann nach Paris, um dort Miniaturmalerei zu studieren. Wie lange bzw. wie oft er in Frankreich war, ist unbekannt. Der Aufenthalt in der Kunstmetropoloe hinterließ deutliche Spuren in seinem Werk, wofür auch das vorliegende Bildnis ein Beweis ist. Es wurde in reiner Aquarelltechnik auf Papier gemalt und verrät darin den Einfluß lsabeys. Da es mit 1827 datiert ist, gehört es noch in die Zeit vor Dietlers Niederlassung in Bern und seiner Anstellung als Lehrer.

Die Dame trägt eine modische Schleifenfrisur, die ihre Entsprechung in den Keulenärmeln, den sogenannten "gigots" des Kleides findet. Die gewaltigen Formen und Ausmaße von Frisur und Kleid lassen die Trägerin zierlich erscheinen.

Dietler arbeitete hier in sehr freier und schneller Technik, die viel Malgrund freiließ und sein einwandfreies Zeichentalent beweist. Farblich ist die Darstellung sehr zurückhaltend und ganz auf die auffällig großen Augen der jungen Dame abgestimmt. Besonders lebendig wirkt das Porträt dadurch, daß die Kleidung in großen zusammenfassenden Pinselstrichen erfaßt wurde, die mehr die Lichtwirkung auf der bewegten Oberfläche als das Material wiedergeben.

D. O., J. S. O.