Mary Ward
William Egley war als Maler Autodidakt, nahm aber zwischen 1824 und 1869 regelmäßig an den Ausstellungen der Royal Academy teil und hatte einen bedeutenden Kundenkreis innerhalb der Londoner Aristokratie. Wahrscheinlich kannte er den etwa gleichaltrigen Miniaturisten George Raphael Ward, dessen Frau Mary Ward, geb. Webb, hier dargestellt ist. Sie war zwischen 1823 und 1849 ebenfalls als Miniaturistin tätig und vermutlich Schülerin von Ward, bevor beide 1827 oder 1828 heirateten.
Ein traditioneller Bildaufbau und klare Farben prägen den Gesamteindruck dieses Bildnisses. Obwohl Egley die Proportionierung nicht einwandfrei gelang, überzeugt das Porträt durch die naturalistische Wiedergabe der verschiedenen Textilien und die Harmonie der verwendeten Farben. Im Gegensatz zu kontinentalen Künstlern, die oft mit Deckfarben malten, bevorzugten die englischen Porträtisten die reine Aquarelltechnik und bestrichen die Farben mit einer Schicht reinen Bindemittels, um die Farbtiefe zu intensivieren.
D. O.
