Rechts

Ord.Nr.: 10.462
Kat.Nr.: 2008-44

Auf den Leuchttisch legen

Friedrich Wilhelm I., König in Preußen

um 1720
rechteckig: 16.50 cm x 9.50 cm
vergoldeter Holzrahmen

Das Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688 -1740) von einem Miniaturisten, der »W. E. Langefeldt« signierte, 1 entspricht noch ganz dem Typus des barocken Feldherrn. Die rechte Hand auf den Kommandostab, die linke in die Hüfte ge­stützt, präsentiert sich der König dem Betrachter frontal. Er trägt einen Brustpanzer, darüber einen blauen Mantel mit rotem Futter und roten Manschetten, um die Hüfte eine weiße Schärpe, darunter einen sandfarbenen Rock und eine gleichfarbige Hose. Der Helm liegt rechts von ihm auf der Erde. Auf seiner linken Brust ist der Stern des Preußischen Schwarzen Adler-Ordens erkennbar.
Friedrich Wilhelm war der einzige Sohn des ersten Königs in Preußen, Friedrichs I., und seiner Gemahlin Sophie Charlotte von Hannover. Auch er heiratete 1706 eine Welfin, Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg, mit der er vierzehn Kinder hatte, unter denen der spätere König Friedrich II., der Große, der berühmteste Herrscher aus dem Hause Hohenzollern wurde. 1713 wurde Friedrich Wilhelm zum König in Preußen gekrönt.
Die Miniatur könnte anlässlich des Friedens von Stockholm entstanden sein, der 1720 den Zweiten Nordischen Krieg beendete und in dessen Folge Brandenburg das schwedische Vorpommern südlich der Peene sowie Stettin erhielt.
Friedrich Wilhelms Innenpolitik war von der Einsicht bestimmt, dass Preußen sich angesichts der geringen Größe des Landes und seiner Lage nur durch eine starke Armee gegenüber den Großmächten behaupten könne. Seine Vorliebe für das Militärische brachte ihm den Beinamen »Soldatenkönig« ein. Neben dem Typ des preußischen Offiziers schuf er den des preußischen Beamten, des pflichtbewussten und unpolitischen Staatsdieners.

J. S. O.


1 Die Miniatur in der Sammlung Tansey ist das einzige bekannte Werk dieses Künstlers.