Rechts

Ord.Nr.: 10.730
Kat.Nr.: 2002-123

Auf den Leuchttisch legen

Dame in rotem Samtkleid mit Goldpfeil im Haar

um 1830
rechteckig: 9.70 cm x 7.70 cm
vergoldeter Metallrahmen

Caroline Tridon studierte unter ihrem Mädchennamen "Mlle Sattler" im Atelier Augustins in Paris. Sie begann ihren Unterricht am 20. August 1820 und fuhr damit anderthalb Jahre später, am 2. März 1822, fort. Die Schülerin wohnte an der Rue St. Guillaume 26 und bezahlte für den Unterricht monatlich das im Atelier Augustins übliche Honorar von 36 Francs. 1 Nach ihrer Ausbildung bei Augustin wechselte Caroline Tridon ins Atelier Isabeys. Dies erstaunt, denn die dort vertretene Auffassung vom Miniaturporträt wich von jener Augustins stark ab.

Im Bildnis aus der Sammlung Tansey trägt die dargestellte Dame als Haarschmuck zusätzlich zu einer Perlenschnur einen auffälligen, goldenen Pfeil. Dieses ungewöhnliche Schmuckstück besitzt offensichtlich symbolhafte Bedeutung. Mög-licherweise stellte sich hier die Künstlerin selbst dar und fügte den Pfeil in Bezug auf ihren Namen "Tridon" (französisch für Dreizack) hinzu. In einer weitergehenden Interpretation könnte der Pfeil zusätzlich als jener Amors gedeutet werden und die Miniatur im Zusammenhang mit der Heirat der Künstlerin gemalt worden sein.

B. P.


1 Vgl. Augustin "Carnet vert", S. 43r und 43v.