Rechts

Ord.Nr.: 10.712
Kat.Nr.: 2002-116

Auf den Leuchttisch legen

Dame in weißem Kleid mit Mikromosaik-Brosche

um 1830
oval: 8.50 cm x 7.00 cm
vergoldeter Metallreif

Der in Norddeutschland geborene Carl Ferdinand Stelzner zählt aufgrund seiner vielen Auslandsaufenthalte zu den sogenannten "Wanderkünstlern" unter den Miniaturisten. Erhatte zwar seinen Wohnsitz in Hamburg, verließ die Stadt aber oft, um im Ausland zu leben. So war er zweimal in Paris, 1826/27 und von 1831 bis 1834. In der Zeit zwischen diesen beiden Parisaufenthalten könnte das vorliegende Porträt einer unbekannten älteren Dame entstanden sein. Sie trägt eine modische Frisur sowie ein auffälliges Schmuckensemble aus Ohrringen und einer Brosche. Obwohl die Haltung der Dargestellten etwas steif wirkt, ist die Dame doch in makelloser Technik gemalt: Fast wie Öllasuren wirken die in feinen Strichen ganz gleichmäßig aufgebrachten Farben. Es fällt auf, daß Stelzner ganz dem Naturvorbild verpflichtet war: Er stellte ebenso das beginnende Doppelkinn wie den melancholischen Gesichtsausdruck des Modells dar und ver-schleierte diese nicht durch Kunstgriffe, im Gegenteil: Der neutrale, sehr dunkle Hintergrund läßt die Figur fast überdeutlich hervortreten.

D. O.