Georg Niklaus Ritter
Dame in weißem Kleid mit rotem Mieder
Vor dem Hintergrund einer Parklandschaft steht eine Dame, den linken Arm auf einen steinernen Sockel gelehnt, auf dem eine mit Putten und Fratzen verzierte Vase steht. Sie trägt ein weißes Kleid, das noch ganz nach der vorrevolutionären Mode eng tailliert über dem geschnürten Korsett anliegt.
Die Taille wird zusätzlich durch das rote Mieder betont, das nach unten hin spitz in einer Schneppe ausläuft. In der rechten Hand hält die Porträtierte einen Gegenstand, der einem Schirmknauf oder einer Handspindel ähnelt.
Die Komposition des Bildnisses wird eine bestimmte, auf den Adressaten der Miniatur bezogene Bedeutung gehabt haben, die jedoch dem heutigen Betrachter verborgen bleibt: Handelt es sich bei der verzierten Vase um eine Urne, und will die Dame möglicherweise an eine verstorbene Person erinnern? Dann könnte die Spindel in ihrer Hand eine Anspielung auf die Parzen sein, die Schicksalsfäden spinnen. Ebenso mag sie aber auch ein Symbol für ein beschauliches Leben und häuslichen Fleiß sein.
J.S.O.
