Rechts

Ord.Nr.: 10.584
Kat.Nr.: 2008-71

Auf den Leuchttisch legen

Christian VI., König von Dänemark

1740
rechteckig: 5.30 cm x 4.80 cm
vergoldeter Silberrahmen

Die Miniatur, irrtümlich als Bildnis König Friedrichs V. von Dänemark in die Sammlung Tansey gekommen, zeigt jedoch dessen Vater, König Christan VI. (1699-1746), den Gemahl Sophie Magdalenes (Kat.-Nr. 2008-72). 1 1730 wurde er König von Dänemark und Norwegen.
Seine Regierungszeit war von der starken Hinwendung des Herrscherpaares zum Pietismus geprägt. Einflußreiche Äm­ter in Staat und Kirche ließ der König mit Pietisten besetzen. Die markanteste Gesetzgebung seiner Regierungszeit war die Verschärfung der Sonntagsgesetze, die bereits sein Vater, Friedrich IV. (1671-1730), eingeführt hatte. Der sonntägliche Kirchgang wurde der Bevölkerung Dänemarks und Norwegens verordnet. Volkstümliche Vergnügungen wie Tanz, Jahrmarkt und Theater waren an Sonntagen und an den Feiertagen bei Strafe verboten.
Christian VI. förderte Handel und Gewerbe und stiftete die Königliche Akademie der Wissenschaften zu Kopenhagen. Unter ihm entwickelte sich das am westlichen Rande Hamburgs gelegene, aber bereits zum dänischen Königreich gehörende Altona zur zweitgrößten Stadt Dänemarks. Der durch die »Dänisch-Westindisch-Guinesische Kompagnie« organisierte Handel umfasste nicht nur Kolonialwaren aus den Plantagenwirtschaften in der Karibik wie Zucker, Baumwolle, Kaffee und Tabak, sondern erstreckte sich auch auf Sklaven. Die von den Dänen erworbenen karibischen Inseln St. Thomas, St. Jan und St. Croix wurden Hauptumschlagsorte des Sklavenhandels.

J.S.O.


1 Zum Vergleich kann das Gemälde Christians VI. von J. S. Wahl herangezogen werden (Königliche Sammlungen, Schloss Rosenborg). Es zeigt den König ebenfalls in Prunkrüstung mit dem darüber gelegten Krönungsmantel und dem blauen Band des Elefantenordens. Die Haltung des Kopfes und der Gesichtsausdruck sind im Wesentlichen gleich, wenn auch das Gemälde von Wahl den Kopf schmaler und die Gesichtszüge insgesamt sehr viel markanter wiedergibt. Darüber hinaus spricht auch die lange, noch von der Barockmode beeinflusste Perücke für eine Darstellung Christians VI. Es kommt hinzu, dass diese Miniatur gleich gerahmt ist wie die Miniatur Sophie Magdalenes, zu der sie das Pendant bildet. Ein fast identisches Paar Miniaturen von Pohle befindet sich in Schloss Rosenborg, abgebildet bei Colding 1991, S. 75, ein weiteres, Christopher Foltmar zugeschriebenes, aber vermutlich gleichfalls von Pohle gemaltes Paar wurde bei Bruun Rasmussen Bredgade, Kopenhagen (11. 03. 2005) verkauft.