Rechts

Ord.Nr.: 10.876
Kat.Nr.: 2008-66

Auf den Leuchttisch legen

Wilhelm IV. Karl Heinrich Friso, Prinz von Oranien-Nassau

um 1750
oval: 5.00 cm x 4.20 cm
vergoldeter Metallreif

Wilhelm IV. (1711-1751) ist in dieser Miniatur im Harnisch dargestellt, was seine Verdienste als Heerführer hervorhebt. Über seiner linken Schulter trägt er das Brustband des Hosenbandordens, am Hermelinmantel den dazugehörenden Bruststern. Diese hohe Auszeichnung war ihm 1733, ein Jahr vor seiner Heirat mit Anna von Hannover, der Tochter König Georgs II. von Großbritannien, verliehen worden.
Die Miniatur wiederholt den Kopftyp eines Werks des Miniaturisten Robert Mussard aus dem Jahr 1749, der seinerseits im Wesentlichen auf das Porträt Liotards zurückgriff. 1 Das qualitativ hochstehende Werk aus der Sammlung Tansey stammt allerdings nicht von der Hand Mussards, dessen Miniaturen generell weniger präzise gemalt sind und nicht einen solchen Reichtum an Farbabstufungen in der Gesichtsmodellierung zeigen.
Wilhelm IV., Sohn des Johann Friso und der Marie Luise von Hessen-Kassel, folgte seinem Vater als Erbstatthalter von Friesland und Groningen und erlangte teils durch Verhandlungen mit Preußen, teils durch Erbschaft die niederländischen Gebiete des Hauses Oranien und die der ottonischen Linie des Hauses Nassau. 1747 wurde er erblicher Generalstatthalter, Generaladmiral und Generalkapitän der Vereinigten Provinzen der Niederlande.

B.P.


1 Nach Schaffers-Bodenhausen und Tiethoff-Spliethoff bildet ein Kupferstich von Houbraken die Miniatur Mussards ab und nennt als Entstehungsjahr 1749. Eine »RM« monogrammierte Miniatur dieses Typs war angeblich im Kunsthandel bei Kugel, Paris, eine weitere, allerdings unsignierte, befindet sich in der Sammlung des Hausarchivs Oranien-Nassau, Den Haag, und wird dort als Original Mussards betrachtet (Schaffers-Bodenhausen und Tiethoff-Spliethoff 1993, S. 98).