Rechts

Ord.Nr.: 11.026
Kat.Nr.: 2000-87

Auf den Leuchttisch legen

Johann Graf Questenberg

um 1730
rechteckig: 10.20 cm x 7.70 cm
vergoldeter Metallrahmen

Das von unbekannter Hand gemalte Portrait des Grafen Questenberg kopiert ein Gemälde von Johann Kupecký, das um 1720 gemalt und von Andreas und Joseph Schmuzer gestochen wurde.¹Graf Questenberg, der das mächtige Barockschloß Jarmeritz in Mähren erbauen ließ, war ein Lautenvirtuose und ließ sich deshalb musizierend portraitieren. Er sitzt in einem nicht näher definierten Raum mit breiter Aussicht auf ein repräsentatives Gebäude (möglicherweise Schloß Jarmeritz). Ein roter Vorhang fällt auf der rechten Seite vor einem Bücherregal herab und betont das markante Gesicht. Ruhig und würdevoll sieht der Portraitierte den Betrachter an, während er auf einer Laute spielt. Die Beine sind durch ein in viele Falten drapiertes Tuch verdeckt. Die Haltung des Musikers ist genau beobachtet und der Akkord, den er anzupft, erkennbar. Die diesbezügliche Detailtreue des Künstlers steht in deutlichem Kontrast zu der großzügigen Malweise großer Flächen - wie etwa der Jacke des Mannes, des Lautenkorpus oder des Vorhangs. Die Komposition als ganze baut auf der Diagonalen zwischen Knie und Kopf des Grafen auf und erhöht so die Spannung, die sich aus Vordergrund und weit entlegenem Hintergrund ergibt. Die Miniatur sprengt dadurch fast ihren Rahmen.

¹ Das Gemälde befindet sich auf Schloß Jarmeritz in Mähren (Jaromerice). Bodo Hofstetter gelang die Identifizierung des Dargestellten. Er sei für die freundliche Mitteilung bedankt.