Rechts

Ord.Nr.: 10.895
Kat.Nr.: 2000-85

Auf den Leuchttisch legen

Philippe II., Herzog von Orléans

nach 1717
oval: 6.50 cm x 5.00 cm
Silberkapsel

Nach dem Tod Ludwigs XIV. übernahm Philipp von Orléans (1674-1723) anstelle des noch unmündigen Ludwig XV. von 1715 bis zu dessen Krönung 1723 die Regierung. Zwar waren ihm nur eingeschränkt Machtbefugnisse übertragen worden, doch die Unterstützung durch das Parlament und die öffentliche Meinung ermutigten ihn, die Regierung gänzlich zu übernehmen. Sein luxuriöser und kostspieliger Hofstaat sowie die kriegsbedingte Staatsverschuldung waren Ursachen für die Kritik am französischen Königshaus. Der mit Franziska Marie de Blois (1677-1749), einer unehelichen Tochter Ludwigs XIV., verheiratete Herzog war schon von Jugend an für seine zügellosen Ausschweifungen bekannt.

Die vorliegende Miniatur zeigt Philipp II. als Marschall von Frankreich in Rüstung, Allongeperücke und mit dem blauen Band des Heilig-Geist-Ordens. Er stützt den linken Arm selbstbewußt in die Seite, den rechten hält er ausgestreckt nach vorn. Mit feinem Lächeln blickt er sein Gegenüber mit klarem, selbstbewußtem Blick an.

Die Miniatur kopiert den Ausschnitt eines Gemäldes von Jean-Baptiste Santerre (1651-1717), das sich heute im Prado in Madrid befindet. Es zeigt den Regenten auf einer Anhöhe, den Kommandostab auf einen Felsen gestützt.