Dame in blau-weißem Kleid mit Blumenschmuck
Eine unbekannte junge Dame wurde in dieser Miniatur neben einem Tisch dargestellt, auf dem ein rotes, mit Quasten verziertes Samtkissen liegt. 1 Hinter diesem Kissen steht eine eigenwillig geformte braune Vase mit Blumen. In der linken Hand, die sie auf das Kissen legt, hält die Dame eine Rose - Ausdruck der Liebe für den Adressaten der Miniatur.
Die in zarten Grün-, Blau und Rosatönen gehaltene Miniatur zeigt maltechnische Merkmale deutscher Künstler. Die auffällige Punktung im Hintergrund findet man ähnlich in Miniaturen der Berliner Meister des zweiten Drittels des 18. Jahrhunderts (vgl. S. 2008-24 ff.). Da in dieser Zeit nur wenige Künstler ihre Werke signierten, ist von den vielen nachweislich in Berlin tätigen Künstlern aber nur ein geringer Teil fassbar. 1758 spricht Friedrich Nicolai in einem Brief an Christian Ludwig von Hagedorn von 150 Emailmalern, die in seiner Zeit in Berlin tätig sein sollen. 2 Selbst wenn diese Aussage übertrieben ist, ruft sie doch ins Bewusstsein, wie viele der in dieser Zeit lebenden Miniaturmaler heute in Vergessenheit geraten sind. Von einem der vielen Anonymi wird dieses durch sein diskretes Kolorit und den sanften Ausdruck der Dargestellten sehr ansprechende Damenbildnis gemalt worden sein.
B.P.
1 Heidemarie Anderlik und Vera Reise, Deutsches Historisches Museum Berlin, sehen eine gewisse Ähnlichkeit der Dargestellten mit Luise Amalie Prinzessin von Preußen (1722 -1780) (vgl. ihr Porträt in der Herzog- August-Bibliothek, HAB A 2195). Wir danken ihnen für ihre Nachforschungen.
2 Der Brief vom 20. 4. 1758 ist bei Baden 1797 publiziert; Zitat S. 235.













