Rechts

Ord.Nr.: 11.009
Kat.Nr.: 2008-136

Auf den Leuchttisch legen

Generalleutnant mit Kommandostab

um 1770
kreisrund: 7.90 cm x 0.00 cm
gelber Metallrahmen

Mit einem militärischen Zeltlager im Hintergrund ließ sich dieser bisher nicht eindeutig identifizierbare Herr in der Uniform eines Generalleutnants der französischen Armee porträtieren. 1 Er trägt das blaue Band des Königlich Polnischen Weißen Adler-Ordens mit daran hängendem Kleinod. Obwohl diese Kombination von Uniform und Orden selten war, konnte die Identität des Dargestellten nicht abschließend geklärt werden. Als weitere militärische Attribute zeigt die Miniatur den Kommandostab und einen goldverzierten Helm mit Federbusch und geöffnetem Visier.
Uniform und Orden führten zu der Vermutung, in dem Dargestellten François de Chevert (1695 -1769) zu sehen. Die angenommene Entstehungszeit der Miniatur sowie die mangelnde Ähnlichkeit sprechen jedoch dagegen. 2 Für die Annahme, dass es sich bei dem Dargestellten um Johann Georg von Sachsen (1704 -1774), handelt, spricht die größere Porträtähnlichkeit. 3 Er war ein illegitimer Sohn Augusts des Starken, der ihn später als »Chevalier de Saxe« legitimierte. Johann Georg war der letzte sächsische Feldmarschall und ebenfalls Ritter des Weißen Adler-Ordens. Allerdings wäre dies mit der Deutung der Uniform als der eines französischen Generalleutnants nicht zu vereinbaren. Für eine Bennennung als Xaver Prinz von Sachsen (1730 - 1806), Sohn Friedrich Augusts II., sprächen seine Lebensdaten sowie Uniform und Orden, allerdings scheidet auch er aufgrund mangelnder Ähnlichkeit aus.

J.S.O.


1 Für diesen Hinweis danken wir Pierre Papeloux, Paris.

2 Vgl. das von Johann Friedrich August Tischbein gemalte und in mehreren Stichen kopierte ganzfigurige Porträt Cheverts von 1762, das ihn in einer weit prunkvolleren Uniform zeigt (Verdun, Rathaus). Wir danken dem ungenannt bleiben wollenden Herrn sowie Karl Trefzer für ihre Mithilfe bei der Bearbeitung dieser Miniatur.

3 Vgl. den Stich in der Porträtsammlung der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel (A 18539).