Friedrich Christian, Kurfürst von Sachsen
In dieser Pendantminiatur Friedrich Augusts II. (s. Kat.-Nr. 2008-107) ist sein ältester Sohn, Friedrich Christian (1722 bis 1763), dargestellt. Die Ähnlichkeit mit Bildnissen des Kurfürsten von Mengs und Rotari ist zwar gering, doch bestätigt ein Kupferstich Nilsons, 1 mit dem die Miniatur übereinstimmt, diese Benennung. Der Porträtierte trägt über dem Brustharnisch das blaue Band und den Stern des Polnischen Weißen Adler-Ordens.
Der von Geburt an körperlich behinderte Friedrich Christian war klug und staatsmännisch gebildet. 1747 heiratete er Maria Antonia Walpurgis, eine Tochter Kaiser Karls VII. und Schwester Kurfürst Maximilians III. Joseph von Bayern (Kat.-Nr. 2008-23, 2008-24 und 2008-69). Zwei ihrer Söhne, Friedrich August und Anton, bestiegen später den Thron Sachsens. Seit seinem neunten Lebensjahr wurde Friedrich Christian von Graf Wackerbarth-Salmour erzogen, der später auch sein Freund und enger Berater wurde. Vom einflussreichen Premierminister Brühl wandte sich der Prinz ab, denn das Kurfürstentum wurde durch dessen Schuldenwirtschaft und Korruption sehr belastet; seine neuen Berater stammten größtenteils aus bürgerlichem Milieu. Mit durchgreifenden Reformen versuchte er, sein durch Kriege und Misswirtschaft hoch verschuldetes Land zu ordnen, doch ließ ihn sein früher Tod diese Pläne nicht vollenden. Er starb nach nur 2 ½ monatiger Regierungszeit im selben Jahr wie sein Vater.
B.P.
1 Die Miniatur gibt Nilsons Kupferstich seitenverkehrt wieder, was darauf hindeutet, dass beide nach einem weiteren, heute nicht mehr auffindbaren Porträt kopiert wurden.













