Rechts

Ord.Nr.: 11.151
Kat.Nr.: 2008-115

Auf den Leuchttisch legen

Herr mit Tabakdose

um 1760
rechteckig: 6.40 cm x 9.20 cm
geschnitzter und vergoldeter Holzrahmen

Eine südlich anmutende Landschaft wählte dieser junge Herr, 1 um sich davor selbstbewusst porträtieren zu lassen. Er trägt einen blassroten, goldbestickten Rock mit grauen Bordüren. Die gleichfarbige Weste darunter wirkt elegant, die zurückhaltende Farbigkeit lässt das schwarze Band am Hals noch deutlicher hervortreten. In seiner Rechten hält er eine goldene Tabakdose, die Linke stützt er gelassen und durchaus selbstbewusst in die Hüfte. Feine breite Spitzenmanschetten schauen aus den Ärmeln heraus und verdecken zum Teil die Hände - seit der Barockzeit ein Zeichen des Luxus und Ausdruck der Vornehmheit. Auch die Tabakdose war ein wichtiges männliches Accessoire, das aus Porzellan oder Gold gefertigt wurde und manchmal mit Edelsteinen besetzt war. Berühmtheit erlangte die Sammlung kostbarer Tabakdosen des Preußenkönigs Friedrichs II., die sich heute im Schloss Charlottenburg befindet (vgl. S. 2008-31, Abb. 9).
Der unbekannte Miniaturist legte in diesem Bildnis zwar Wert auf standesgemäße Darstellung, schuf aber dennoch ein individuelles Porträt: Das junge, ernste Gesicht ist das einer Persönlichkeit.

J.S.O.


1 Ein auf die Rückseite der Miniatur geschriebener, schwer leserlicher Text gibt Angaben zu der Familie des Dargestellten: »Tante: des Johan[n] Heinr. Weingärtner Sohn/Eheman von An[n]a Maria geborene Brotzler//Vater von Kathar[ina] Barbara Weingaertner, Ehefrau/von Hilar Lorum, und Großvater von Heinrich August/Lorum.«