Rechts

Ord.Nr.: 11.165
Kat.Nr.: 2008-134

Auf den Leuchttisch legen

Therese Natalie von Braunschweig-Lüneburg-Bevern

um 1770
rechteckig: 5.20 cm x 3.30 cm
vergoldeter Metallrahmen

Die beiden Miniaturen zeigen zwei der fünfzehn Kinder Herzog Ferdinand Albrechts II. von Braunschweig-Lüneburg-Bevern (1580-1735) und seiner Gemahlin, der Wolfenbütteler Prinzessin Antoinette Amalie. Das Bildnis Ferdinands (1721-1792) (Kat.-Nr. 2008-133), der, in preußischen Diensten stehend, sich besonders während des Siebenjährigen Krieges auszeichnete, ist in mehreren Versionen bekannt. 1 Seine Schwester Therese Natalie (1728-1778), das zwölfte Kind ihrer Eltern, blieb unverheiratet. 1747 wurde sie Kanonissin in Herford, 1750 dann im Stift Gandersheim, zu dessen Äbtissin sie am 4. Juni gewählt wurde. Ihre Brüder, der regierende Herzog Karl (1713-1780) und der hier abgebildete Herzog Ferdinand, waren dabei anwesend. Therese Natalie hielt sich jedoch die meiste weitere Zeit am Hof ihres Bruders Karl in Braunschweig auf. Sie starb 1778 in Gandersheim und wurde in der Krypta des Braunschweiger Doms bestattet. Die Miniatur zeigt sie mit dem blauen Ordensband des Stiftes Gandersheim, von dessen Kreuz in der Miniatur nur der obere Teil zu sehen ist. Die Identität der Dargestellten ist durch weitere Bildnisse Therese Natalies gesichert. 2

J.S.O.


1 Vgl. Kat.-Nr. 2008-133, Anm. 1.

2 Z. B. durch einen Kupferstich von Anton August Beck in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel, A 7439. Ein Ölgemälde im Kunsthistorischen Museum Wien zeigt sie sehr ähnlich, geschmückt mit den gleichen Ohrringen. Eine fast identische Darstellung (Gesicht, Haltung, Frisur, Halsschmuck, Orden) befindet sich auf einem Gemälde von J. Müller, das die Familie Herzog Ferdinands von Braunschweig zeigt. Während die meisten Familienmitglieder auf Miniatur-Gouacheporträts an einer gemalten Wand zu sehen sind, ist Therese Natalie stehend im Vordergrund dargestellt. Ich danke Angela Klein, Braunschweiger Landesmuseum, für die freundliche Überlassung von Arbeitsfotos.