Rechts

Ord.Nr.: 10.965
Kat.Nr.: 2000-88

Auf den Leuchttisch legen

Dame als Pomona

um 1730
oval: 6.20 cm x 8.10 cm
späterer, vergoldeter Metallrahmen

Pomona, die Göttin der Früchte, ist in Begleitung Amors dargestellt, der sich ihr von hinten nähert und seine Maske entfernt, um sein wahres Gesicht zu zeigen. Diese Variation nach Ovids Text¹ ersetzt den in Pomona verliebten Vertumnus durch dessen personifizierte Liebe zu ihr.

Allegorische Sprache war im Barock beim Adel sehr beliebt, der aufgrund seiner Bildung auch in der Lage war, die Anspielungen zu entschlüsseln. Die Darstellung realer Personen als Götter erlaubte zudem die verschlüsselte Mitteilung von Gefühlen.

Über die inhaltliche Bedeutung hinaus ist diese Miniatur auch künstlerisch bemerkenswert: Die raffinierten Drehungen der Körper entsprechen dem barocken Geschmack für spannungsreiche Kompositionen; dementsprechend sind auch die Kleider heftig gefältelt und mit tiefen Schatten modelliert. Die Gesichter dagegen sind äußerst zart gestaltet und geben in feinen Farbabstufungen jugendliche Frische wieder.

¹ Vgl. Kat.-Nr. 2000-83 in Miniaturen aus der Sammlung Tansey.