Carl Gustaf Pilo
Friedrich V., König von Dänemark und Norwegen
Das Miniaturbildnis kopiert eines der großformatigen Porträts, die Pilo, Hofmaler unter Friedrich V. (1723-1766), um das Jahr 1751von dem dänischen König anfertigte. 1 Sie variieren in der Kleidung und in der Handhaltung des Königs, die Seitenansicht des Körpers und der Kopf sind jedoch in allen Darstellungen identisch. 2 Friedrich, Sohn Christians VI. und Sophie Magdalenes von Brandenburg-Kulmbach (Kat.-Nr. 2008-71 und 2008-72), wurde 1746 als Friedrich V. König von Dänemark und Norwegen, zugleich war er Herzog von Schleswig und Holstein sowie Graf von Delmenhorst. Aufgrund seiner relativ schwachen Position bildete sich schon während seiner Regierungszeit eine starke Stellung der Minister Bernstorff und Moltke heraus, die auch für die Regentschaft seines Sohnes Christian VII. (Kat.-Nr. 2008-35 und 2008-80) prägend werden sollte. 1743 heiratete er Louise von Großbritannien und nach deren Tod Juliane Marie von Braunschweig-Lüneburg.
Friedrich V. ließ 1748 den Kopenhagener Stadtteil Frederikstaden anlegen. Mittelpunkt war ein großer Gebäudekomplex, bestehend aus vier Adelspalais, die sich um einen achteckigen Schlossplatz gruppieren, in dessen Mitte eine von dem französischen Bildhauer Saly geschaffene Reiterstatue Friedrichs V. aufgestellt wurde. Diese vier Palais, heute Bestandteile des Amalienborg-Komplexes, haben wechselweise zunächst als Stadtresidenz der dänischen Monarchen gedient und wurden 1794 Hauptresidenz.
Die Regierungszeit Friedrichs V. war eine Zeit des Aufschwungs für Dänemark, das nach der Regierung des pietistischen Herrschers Christian IV. wieder auflebte. Friedrich V. war ein starker Trinker und starb 1766 an den Folgen einer Leberzirrhose.
J.S.O.
1 Der König ist in den verschiedenen Darstellungen in Prunkrüstung mit dem blauen Band des Elefantenordens oder in Prunkrüstung mit dem umgelegten Krönungsmantel abgebildet, dabei stützt er entweder die Linke auf den Kommandostab und die Rechte in die Hüfte oder umgekehrt.
2 Auch Pilos Schüler Peder Als fertigte Kopien des Gemäldes an (Museum Koldinghus, Kolding).
