Deutsch, nach Mengs
Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen, als König von Polen August III.
Die im Gesichtstyp mit dem Bildnis Silvestres aus dem Jahr 1743 verwandte Miniatur (vgl. Kat.-Nr. 2008-106) kopiert im Wesentlichen das Pastellporträt von Mengs aus dem Jahre 1745. In der Wiedergabe von Kleidung und Perücke erlaubte sich der Miniaturist allerdings große Freiheiten: Er malte die Ornamente auf der Rüstung hinzu, änderte die Darstellung des Hermelinmantels, rückte den Orden stärker in die Bildmitte und ließ lange Haarlocken auf die rechte Schulter des Dargestellten fallen. Das Miniaturporträt wirkt dadurch repräsentativer und weniger direkt als die Vorlage. 1
Mengs hatte mit seinem Bildnis des Königs, das er mit erst 17 Jahren in nur vier Sitzungen malte, großen Erfolg und legte damit den Grundstein für seine Karriere am sächsischen Hof. 2 Besonders bewundert wurde, dass der Künstler die ebenmäßigen Gesichtszüge des Königs, der in seiner Zeit als ausgesprochen schöner Mann galt, und zusätzlich seinen individuellen Charakter einfangen konnte. Die leichte Untersicht lässt das Doppelkinn Friedrich Augusts stark hervortreten und verleiht dem Herrscher Überlegenheit und Würde.
B.P.
1 Dem auf namentliche Nennung verzichtenden Herrn sei für seine Hilfe bei den Recherchen herzlich gedankt.
2 Vgl. Roettgen 2001, S. 126 -127. Durch Schilderungen eines bei der Arbeit Anwesenden ist der Verlauf der Sitzungen gut dokumentiert.
