Rechts

Ord.Nr.: 10.789
Kat.Nr.: 2008-69

Auf den Leuchttisch legen

Maximilian III. Joseph, Kurfürst von Bayern

um 1760
kreisrund: 8.40 cm x 0.00 cm
Schildpattdose mit Goldmontur

Maximilian III. Joseph (1727-1777) ist in dieser Miniatur geharnischt und hoch zu Ross dargestellt, was das Gewicht auf die militärischen Verdienste des Kurfürsten legt. Wie in den meisten Reiterstandbildern von Herrschern verweist auch in diesem Porträt das edle Pferd auf die hohe Geburt und die jugendliche Kraft des Dargestellten. 1 Maximilian III. Joseph war in den 1740er und 1750er Jahren wiederholt in militärische Konflikte verwickelt, die im Laufe des europäischen Mächteringens entstanden waren und die ihn zum Verzicht auf seine Großmachtpolitik zwangen. Die Dose war vermutlich ein Staatsgeschenk und sollte beim Adressaten Bewunderung und Respekt vor dem Herrscher hervorrufen.
Die Miniatur ist mit feinstem Pinsel und dennoch mit viel Sinn für Atmosphäre gemalt. Kräftige Kontraste im Vordergrund und blassere Bildpartien im Hintergrund erzeugen Plastizität und Tiefe. Trotz der winzigen Fläche, die das Gesicht des Dargestellten einnimmt, sind die Züge Maximilian Josephs gut erkennbar.
Das Monogramm JWP konnte bisher noch nicht überzeugend entschlüsselt werden. Möglicherweise steht es für Joseph Weiss (1699 -1770) und das P für »Pinxit« (hat gemalt). Weiss, ein Schüler von Desmarées, war in München als Maler von Porträts und Bildern mit religiösen Sujets tätig. Man kennt von ihm auch einige Miniaturen. 2

B.P.


1 Vgl. zwei weitere Bildnisse Maximilians III. Joseph in Kat.-Nr. 2008- 23 und 24.

2 Zwei Beispiele befinden sich in der Münchner Residenz. Sie sind signiert und 1767 datiert und stellen »Salomos Götzendienst« und »Esther und Ahasver« dar.