Deutsch, nach Silvestre
Friedrich August II., Kurfürst von Sachsen, als König von Polen August III.
Das als eine Arbeit von Mengs in die Sammlung Tansey gelangte Porträt Friedrich Augusts II. (1696 -1763) stellte sich im Zuge der Recherchen als ein Werk eines unbekannten Malers nach einer Vorlage von Louis de Silvestre heraus (vgl. auch Kat.-Nr. 2008- 97). 1 Tatsächlich sind sich die Porträts, die Silvestre 1743 und Mengs 1745 (vgl. Kat.-Nr. 2008-107) vom König malten, in Pose und Ausdruck ähnlich, und man kann davon ausgehen, dass Mengs das frühere Bildnis seines Malerkollegen kannte und sich daran inspirierte.
Das Bild Silvestres ist nur durch Druckgrafiken bekannt. Es ist deshalb unsicher, ob der Dargestellte sich im Original nach links, oder - wie im Stich und in der Miniatur - nach rechts wandte. 2 Kleine Unterschiede im Vergleich mit einem Stich Schmidt 3 existieren im Ornament, das der Miniaturist dem Rock hinzufügte, und im Hemd, das er ohne Spitzenbesatz malte.
Die Förderung der Künste ist das große Verdienst Friedrich Augusts II. Sie wertet seine Nachlässigkeit in der Politik, die er größtenteils Mitarbeitern überließ, im Urteil der Nachwelt auf. Die Bestände der Dresdener Gemäldegalerie gehen im Wesentlichen auf seine Sammeltätigkeit zurück.
B.P.
1 Christie' s Genf, 15. 5. 1990, Nr. 255, fälschlicherweise als von Mengs. Zuschreibungen von Miniaturen an Mengs sind mangels gesicherter Werke grundsätzlich in Frage zu stellen. Nach schriftlicher Überlieferung soll sich der Künstler aber auch als Miniaturmaler betätigt haben. Vgl. Doray de Longrais 1782, S. 16.
2 Die Lichtquelle von rechts spricht eher dafür, dass der Miniaturist eine Druckgrafik kopierte, die das Original seitenverkehrt wiedergab.
3 Georg Friedrich Schmidt (vgl. Roettgen 2001, S. 42).
