Rechts

Ord.Nr.: 10.416
Kat.Nr.: 2002-71

Auf den Leuchttisch legen

Dame in weißem Kleid mit rotem Kaschmirschal

um 1805
rechteckig: 9.00 cm x 7.80 cm
vergoldeter Metallrahmen

Félicité Laborey, in den 1790er Jahren wiederholt auf den Salonausstellungen in Paris mit ihren Arbeiten vertreten, malte das Bildnis dieser unbekannten jungen Dame im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Der fließende, weiße Stoff, die hohe Taille und das tiefe Dekolleté des Kleides sind Merkmale der Damenmode von der Jahrhundertwende bis etwa 1805. Die Vorliebe für antikisierende Kleider, die mit der Revolution aufkam, wurde nach der Krönung Napoleonszum Kaiser zu Gunsten strengerer Formen wieder verdrängt. Unverzichtbares Accessoire dieser sogenannten Chemisenkleider war der Kaschmirschal, zumal die Modeschöpfer der Zeit keine Mäntel vorsahen. Die Weise, in welcher der Schal um den Körper geschlungen wurde, verriet die modische Kompetenz einer Dame, denn die Regeln der Drapierung änderten sich laufend.

Wie die Kleidung, so ist auch die Art der Darstellung typisch für das erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts: Der Blick ist träumerisch in unbestimmte Ferne gerichtet, die Haltung vermittelt Lässigkeit und Anmut. Die Gesichtszüge der Dame wurden leicht geschönt und geglättet. 1 Die mehrfachen Drehungen des Körpers bewirken hingegen, daß die Figur vor dem leeren, auffällig dunklen Hintergrund sehr plastisch erscheint.

D. O.


1 Der von Schidlof vorgebrachte Hinweis, die Gesichter seien bei Laborey typisiert, ist auch hier nicht von der Hand zu weisen.