Rechts

Ord.Nr.: 10.975
Kat.Nr.: 2000-108

Auf den Leuchttisch legen

Elisabeth, Herzogin von Parma ("Madame Infante"), in Hofrobe

um 1760
rechteckig: 5.20 cm x 6.80 cm
originaler Goldrahmen

Vor einer abendlichen Landschaft mit vielen Bäumen hebt sich das Portrait der Herzogin Elisabeth von Parma (1727-1759) ab. Die Tochter Ludwigs XV. trägt ein reichverziertes Kleid und den blauen hermelinbesetzten Mantel. Ihr Haar ist zurückgekämmt und mit einem kleinen Blumengesteck geschmückt. Ein schwarzer Spitzenschleier fällt rechts und links auf die fast entblößten Schultern.

Im Gegensatz zu Elfenbein wirkt Pergament als Malgrund nicht durchschimmernd, sondern mindert eher den Glanz der Farben. Um so erstaunlicher ist die meisterhafte Wiedergabe der verschiedenen Oberflächen, die sich besonders am samtigen Glanz des Mantels zeigt. Die Miniatur kopiert ein Portrait von Jean-Marc Nattier aus dem Jahr 1758¹, das vor neutraltonigem Grund dargestellt ist. Den Gesichtstypus der Infantin schuf Nattier bereits 1749. Er diente dem Maler für mehrere Versionen des Modells. Der hermelinbesetzte Mantel findet sich in gleicher Drapierung auf Bildnissen der Marie Adelaïde² und der Charlotte-Elisabeth Godefried de Rohan-Soubise³.

¹ Vgl. Xavier Salmon, Jean-Marc Nattier. Ausstellung in Versailles vom 26.10.1999 bis 30.01.2000, Paris 1999, S. 212, Abb. 2.² Salmon, a. a. O., S. 264, Abb. 2.³ Vgl. Kat.-Nr. 2000-77 in Miniaturen aus der Sammlung Tansey.