Kataloge
Dame mit Papagei
Die Miniatur eines unbekannten Meisters gewährt einen Einblick in ein Interieur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Eine schon etwas ältere Dame in gelbem Kleid mit großen blauen Schleifen und zarter Spitze sitzt auf einem roten Stuhl und hält einen Papagei auf dem Zeigefinger ihrer rechten Hand. Im Zimmer befindet sich rechts auf einem kleinen Tischchen der Vogelkäfig. Die Wände sind hell bemalt oder mit Stoff bespannt, dekoriert mit einem großen Gemälde. Verglichen mit Interieurdarstellungen anderer Miniaturen, wirkt dieser Raum schlicht und eher klein; offenbar handelt es sich um ein privates Zimmer.
Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts wuchs die Nachfrage nach Miniaturen auch in nicht-adligen Kreisen, die zwar zunächst dem Vorbild des repräsentativen, höfischen Portraits folgten, sich aber zunehmend auch gern privat darstellen ließen. Die Dame mit Vogel und Käfig gehört in die gängige Liebessymbolik des 18. Jahrhunderts.
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