Rechts

Ord.Nr.: 11.029
Kat.Nr.: 2000-114

Auf den Leuchttisch legen

Dame als Vestalin

um 1760
rechteckig: 5.70 cm x 7.90 cm
vergoldeter Holzleistenrahmen

Die hier gezeigte Dame ist in einem sehr schlichten, hellen Kleid wiedergegeben. Sie befindet sich in einem durch Säulen und einen Vorhang angedeuteten Raum vor einer Schale, in der ein Feuer lodert. Demonstrativ hält sie ein goldenes Trinkgefäß und eine Girlande aus Rosenblüten so nahe an die Schale, daß es aussieht, als wolle sie beide den Flammen opfern. Sie hält aber in ihrem Tun inne, dreht den Kopf und sieht den Betrachter an. Ihr Vorhaben gilt wohl einem bestimmten Adressaten. Die Vestalin galt als Hüterin des ewigen Feuers¹ und stand auch mit der Liebessymbolik in Zusammenhang. Die Rosenblüten verweisen ebenfalls in den Bereich der Liebe, aber auch der Jungfräulichkeit sowie der Vergänglichkeit. Das kleine goldene Kännchen mit Trinkschale paßt ebenfalls ins Thema der Vergänglichkeit. Eine zusammenhängende Deutung würde die Dame als Hüterin des Feuers der Liebe ausweisen, das zwar im Moment hell lodert, ohne weitere Zuwendung allerdings bald verlöschen könnte.

Besonders reizvoll ist in dieser Miniatur die Farbzusammenstellung: Hell beleuchtet steht die Dame vor dem in kühlen Farben gehaltenen Hintergrund, während Feuer, Rosen und Trinkgefäß in warmen, mit Rot gemischten Farbtönen dargestellt sind und so einen Kontrast sowohl zu der Vestalin als auch zum umgebenden Raum bilden.

¹ Vgl. Kat.-Nr. 2000-116 in "Miniaturen aus der Sammlung Tansey".