Kataloge
vermutlich Pauline de Chauvigny, Herzogin d'Aumont
Die Dame aus dem ehrwürdigen französischen Adelsgeschlecht der Aumont ist wohl nicht, wie bisher vermutet wurde, die Ehefrau des während der Revolutionszeit aktiven Jacques d' Aumont, 1 sondern Pauline de Chauvigny (1761-1829), Witwe des Antoine Charles Gabriel de Bernard deMontessu, Herzogs von Rully, die durch ihre zweite Heirat mit dem achten Herzog d' Aumont, Louis Marie Céleste (1762-1831), Herzogin d' Aumont wurde.
Dumont war vor der Französischen Revolution in Paris einer der beliebtesten Miniaturmaler der hohen Adelskreise und malte auch nach 1789 noch Miniaturporträts der Königsfamilie. Dennoch gelang es ihm, einige der Köpfe der revolutionären Elite zu porträtieren. Dumont war in den 1790er Jahren am Höhepunkt seines Könnens angelangt: 1788 wurde er Mitglied der Königlichen Akademie und erhielt 1790 als Anerkennung für seine Leistungen eine Wohnung im Louvre. 2
Die Porträts von François Dumont sind überaus lebendig, wirken individuell und strahlen viel Esprit und Selbstbewußtsein aus; das der Herzogin d' Aumont gehört zu den attraktivsten Bildnissen des Künstlers in dieser Epoche. Dumont verlieh ihr im Bild den Ausdruck natürlicher Heiterkeit, verbunden mit vornehmer Überlegenheit.
B.P.
1 Das Rückseitenpapier ist alt bezeichnet: »Duchesse d' Aumont./par Dumont«. Die Identifikation als Ehefrau des Jacques d' Aumont stammt aus dem Auktionskatalog von Sotheby' s, Genf, 7.5.1982, Nr. 330.
2 Zu Dumonts Leben und Werk vgl. Chennevières 1903, Nolhac 1930 und Hofstetter 1995.
|
|
|
|

