Kataloge
Dame in weißem Kleid und mit weißer Haube
Ausdrucksvoll und unmittelbar tritt die Porträtierte auf dieser Miniatur von Marguérite Gérard dem Betrachter entgegen - eine Art der direkten Charakterisierung, die sich besonders in der Revolutionszeit ausprägte. Dieser Eindruck wird durch den expressiven Malstil und die kräftigen, warmen Farben des Inkarnates hervorgerufen und darüber hinaus noch verstärkt durch die Technik des Fixé-sous-verre, die die Farben an Leuchtkraft und Intensität gewinnen läßt.
Die Dargestellte trägt ein schlichtes, helles und unter der Brust gebundenes Mantelkleid. Das dunkle Haar wird teilweise von einer hellen Haube bedeckt, unter der es in ungeordneten Locken in die Stirn fällt und an den Seiten herauszuquellen scheint.
Im OEuvre von Marguérite Gérard finden sich auffallend viele Bildnisse von Frauen und Kindern, die sie mit besonderem Einfühlungsvermögen und mit Wärme malte. Ihre Porträts ähneln in keiner Weise den eher süßlichen Darstellungen von Kindern in Miniaturen ihrer Schwester Marie-Anne Fragonard. 1
J.S.O.
1 Zu den Miniaturen Marie-Anne Fragonards, die über lange Zeit als Werke ihres berühmten Ehemannes galten, vgl. Rosenberg 1996.
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