Kataloge
Marie Karoline von Habsburg, Königin von Neapel
Marie Karoline von Österreich wurde 1752 als 13. Kind der Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Franz I. geboren. 1768 heiratete sie König Ferdinand IV. von Neapel, der sich 1806 als Ferdinand I. den Titel eines Königs beider Sizilien gab. Die Heirat sollte der Aussöhnung zwischen den Häusern Bourbon und Habsburg dienen, und die Erzherzogin war von ihrer Mutter sorgfältig auf diese politische Aufgabe vorbereitet worden.
Das Porträt gibt die kluge, ihrem Mann geistig überlegene und selbstbewußte Frau wieder, die rasch politischen Einfluß gewann. 1 Auf ihr Betreiben wurde die Akademie der Wissenschaften in Neapel gegründet. Sie setzte die Berufung des Engländers Lord Acton zum leitenden Minister durch, dessen antifranzösische Politik sie noch stärker unterstützte, nachdem die Hinrichtung ihrer "Lieblingsschwester Marie-Antoinette sie zur erbitterten Gegnerin der Revolution und später Napoleons gemacht hatte. Zweimal mußte sie vor Bonapartes Truppen nach Sizilien fliehen, wo sie mit englischer Hilfe regierte. 1813 von den Engländern fallengelassen, reiste Marie Karoline schwerkrank, den König bei seiner Geliebten zurücklassend, zu ihren Verwandten nach Wien. Dort starb sie 1814 und wurde in der Kapuzinergruft beigesetzt.
J.S.O.
1 »Die Königin ist weder gut noch schlecht. Begabt mit hoher Intelligenz und natürlicher Anmut und, dank ihrer Erziehung, ausgestattet mit mehr Wissen als es Frauen üblicherweise zuteil wird, hatte sie ein berechtigtes Verlangen zu regieren, als sie nach Neapel kam und einen Mann auf dem Thron vorfand, der des Regierens nicht mächtig war. Das Gefallen an Vergnügungen war bei ihr vermengt mit einer Leidenschaft zu herrschen [...]«, so Baron Alquier 1803 über Marie Karoline. Zitiert nach Acton 1998, S. 468.
|
|
|
|

