Kataloge
Dame mit Miniatur
Die Dame, die um 1793 von dem Pariser Miniaturisten Jérôme Langlois gemalt wurde, ließ sich mit einem Etui darstellen, dessen nur für sie erkennbarer Inhalt das Bildnis desjenigen sein wird, dem sie durch ihr Miniaturporträt antworten wollte.
Langlois malte die Dame auf einem geschnitzten und weiß gefaßten Fauteuil im Louis-Seize-Stil, den der Künstler in seinem Atelier hatte und der sich auf mehreren seiner Miniaturen wiederfindet. 1 Üblicherweise plazierte er den Stuhl schräg vor sich und malte das Modell mit zum Maler gewandtem Gesicht. Als Hintergrund wählte er meistens eine graue Fläche, die er zur Erhöhung der Plastizität des Dargestellten an dessen Schattenseite etwas aufhellte. Seine Porträts zeigen das Modell den Ideen der Revolution entsprechend in seiner natürlichen Erscheinung und vor schmucklosem Hintergrund. Die Porträts wirken dadurch generell »echt«, aber auch etwas nüchtern und kühl.
B.P.
1 Vgl. zwei in den frühen 1790er Jahren gemalte Damenbildnisse (Christie' s Genf, 16.17.5.1995, Nr. 162, und Christie' s London, 21.10. 1997, Nr. 47).
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