Kataloge
Dame mit rot-schwarz gestreiftem Schultertuch
Vor dunkelgrauem Hintergrund porträtierte Kreutzinger die Dame in weißem, hochgegürtetem Chemisenkleid, dessen Stoff über der Brust und dem Spitzenbesatz am Ausschnitt reich gefältelt ist. Einen auffälligen Farbakzent setzte er mit dem rot-schwarz gestreiften Schultertuch, dessen längs- und querverlaufende Streifen Bewegung in die Darstellung bringen. Kurz vor der Französischen Revolution war es modern geworden, anstelle der hohen, nun als gekünstelt empfundenen Frisuren das Haar offen, in natürlich wirkenden, ungepuderten Locken zu tragen. Als Haarschmuck dienten locker eingebundene farbige Bänder und - wenn möglich - natürliche Blüten.
Die Miniatur beeindruckt durch die Sicherheit und künstlerische Freiheit der Darstellung. Das Haar, die Blüten und das schmückende Band sind lebhaft und ausdrucksvoll wiedergegeben. Die Konturen des Gesichts zeichnete Kreutzinger mit rostroter Farbe, das transparente Kolorit des Gesichtes wurde mit feinen, »nassen« Pünktchen in grauer Farbe modelliert. 1
J.S.O.
1 Diese Struktur geht auf die »Wassertropfenmanier« Fügers zurück, der ein Vorbild Kreutzingers war. Vgl. Stix 1925, S. 53f.
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