Rechts

Ord.Nr.: 11.090
Kat.Nr.: 2005-74

Auf den Leuchttisch legen

Mme de Parabère in weißem Kleid und mit Rosenkranz im Haar

um 1794
rechteckig: 8.30 cm x 7.70 cm
vergoldeter Silberrahmen

Bei der laut einer Inschrift auf der Rückseite als Mme de Parabère bezeichneten Dame handelt es sich möglicherweise um Adelaïde Julie Amélie de Baudéan de Parabère (gestorben 1825), Tochter von Louis-Barnabé, Herzog von Parabère, und Jeanne-Claude-Bernardine-Marie Gagne de Périgny. 1
Hénard malte die Dame im Profil, den Kopf in einer Drehung dem Betrachter zugewandt. Den Hintergrund bildet eine Landschaft, die im linken Bildteil mit Pflanzen, im rechten mit Bäumen, möglicherweise an einem Berghang stehend, gestaltet ist. Einen Kontrast zu dem weißen Kleid der Dame bildet das um die Taille geschlungene orangefarbene Band. Ihr Haar ziert ein Kranz von rosafarbenen Rosen.
Ähnlich wie auf weiteren Miniaturen dieses Künstlers 2 ist Hénard der charmante und ein wenig verträumte Ausdruck der Dame für die Darstellung wichtig. Er entsteht durch den leicht aufgeworfenen Kopf, die Betonung der Augenbrauen und die nach oben gerichteten Augen sowie den kleinen Mund mit den leuchtend roten Lippen.

J.S.O.


1 Sie heiratete 1799 Louis-Marie-Paulin Lefébure de Sancy (1778-1801). Ihr einziger Sohn, Emile-Alexandre-César, wurde 1800 geboren. Die Bezeichnung »Madame« zum Zeitpunkt der Miniatur beruhte dann allerdings auf einem Irrtum. René Maître, Paris, sei für seine Recherchen hierzu gedankt.

2 Vgl. Kat.-Nr. 2005-75, hinsichtlich der Kopfhaltung besonders Kat.-Nr. 2005-73. Siehe auch Otten, Pappe, Schmieglitz-Otten 2000, Kat.-Nr. 2000-31 und 2000-32.