Kataloge
Dame mit Fächer und Buch
Ein Künstler aus dem Umkreis von Anton Friedrich König stellte in diesem Porträt eine junge Dame in einem Park dar. Im Hintergrund links ist eine von steinernen Sphingen flankierte Fontäne erkennbar, rechts eine mit Blattranken bewachsene monumentale Vase auf steinernem Podest. Die Dame - sie scheint auf dem Boden zu sitzen - stützt sich ungezwungen mit dem linken Arm auf den Sockel der Vase. Sie hält in ihrer Linken ein Buch, dessen Lektüre sie gerade unterbrochen hat. Der Fächer in ihrer Rechten ist geöffnet, doch in diesem Moment unbenutzt; die Dame ist in Gedanken versunken. Dem Adressaten der Miniatur mag diese Pose ihre Sehnsucht nach ihm vermittelt haben.
Verfallene und von der Natur zurückeroberte Architektur wurde das ganze 18. Jahrhundert hindurch geschätzt und als Kulisse für gesellschaftliche Anlässe in Gemälden dargestellt. Die gedankliche Flucht in ein arkadisches Idyll kann als Antwort auf die strenge Etikette der adligen Gesellschaft verstanden werden. Gerade am Berliner Hof standen Gemälde mit solchen Sujets hoch im Kurs und wurden in Werken von Watteau, Pater und Lancret erworben. Sie fanden ihren Nachhall auch in der Miniaturmalerei, wie dieses Beispiel aus der Sammlung Tansey zeigt.
B. P.
|
|
|
|

