Rechts

Ord.Nr.: 10.111
Kat.Nr.: 2008-14

Auf den Leuchttisch legen

Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin [?]

um 1740
rechteckig: 7.90 cm x 5.70 cm
profilierter Schildpattrahmen

Der als ungefähr Zwanzigjähriger dargestellte Herr, möglicherweise Friedrich, Herzog von Mecklenburg-Schwerin (1717-1785), 1 trägt über einer Rüstung einen roten Hermelinumhang. Die ungezwungene Haltung mit dem angewinkelten, in der Hüfte abgestützten Arm und der weiche Gesichtsausdruck entsprechen eher denen eines jugendlichen Beaus als denen eines in Feldherrenmontur posierenden Fürsten. Die Leichtigkeit im Ausdruck, die sanften Farben und verwischten Konturen verdeutlichen, dass im Rokoko Raffinement und Esprit die höfische Strenge des Barock verdrängten.
Die Miniatur zeigt unverkennbare Charakteristiken des Porträtstils und der Malweise Rosalba Carrieras: Das kühle, in sanften Graublautönen gehaltene Kolorit, woraus die Farbfläche des Hermelins und des Gesichts - nun stark ge­blichen - hervorleuchten, entsprechen ebenso sehr dem Stil der Venezianerin wie der Gebrauch von Elfenbein als Malgrund und die breite Malweise mit Gouachefarben in Hintergrund und Kleidung. Tatsächlich hatte der Miniaturist am Schweriner Hof die Möglichkeit, Originale von Rosalba zu studieren, denn die mecklenburgischen Herzöge ließen sich verschiedene Male von ihr porträtieren. Herzog Carl Leopold von Mecklenburg-Schwerin war vom Talent der Künstlerin so angetan, dass er mehrere ihrer Miniaturen erwarb. 2

B. P.


1 Wir danken einem auf Anonymität Wert legenden Herrn sowie Kristina Hegner, Staatliches Museum Schwerin, für ihre Hilfe bei der Identifizierung des Dargestellten. Auch Neil Jeffares sei für seine Recherchen herzlich gedankt.

2 Eine Gruppe von Miniaturen Rosalbas, wie diese ehemals im Besitz von Schloss Ludwigslust, wurde am 30. November 1982 bei Christie' s Genf verkauft. Sie besitzen alle dieselbe Art Schildpattrahmen mit integrierter Aufhängeöse.