Kataloge
Dame mit Maske
Die Dame mit der venezianischen »Zendale« hält in ihrer Rechten einen Fächer mit Schildpattstäben und in ihrer Linken weiße Handschuhe und eine schwarze, innen weiß gefütterte Maske. An ihrem linken Unterarm trägt sie einen weißen Muff mit roten Tupfern, möglicherweise aus Schwanenfedern gefertigt. 1
Rosalba Carriera war eine Vorreiterin der Miniaturmalerei auf Elfenbein. Das Elfenbeinblatt, »[...] dessen Farbe verblüffend kunstvoll als Halbton eingesetzt wurde« 2 hat bereits in unbemaltem Zustand eine ähnliche Transparenz wie Haut und eignet sich dadurch bestens als Malgrund. Deshalb wurde das vorliegende Bildnis in den Inkarnaten mit transparenten Farblagen gemalt, Hintergrund und Kleider hingegen in Deckfarbe. 3 Die Künstlerin war auf das Material gestoßen, als sie Dekorationsmalereien auf Elfenbeindosen anbrachte. Zum Schutz wurden diese Wasserfarbenmalereien mit einem dicken Lack bestrichen. Rosalbas Wahl von Elfenbein für die Porträtminiatur, losgelöst von der Dose und ohne Firnis, führte dazu, dass Elfenbein im Verlauf des 18. Jahrhunderts zum fast alleinigen Bildträger für Miniaturmalereien wurde.
B. P.
1 Wir danken Neil Jeffares für seine Hinweise zum Kostüm der Dame. Er schlägt eine Datierung der Miniatur um 1715 vor. Zwar sind Bildnisse von Damen in Verkleidungen im Œuvre Rosalba Carrieras keine Seltenheit, aber nur wenige tragen zu ihrer Kostümierung eine Maske.
2 Auszug einer Kritik aus Carrieras Zeit zu ihrer Miniatur »Mädchen mit Taube«, die sie der Akademie San Luca in Rom als Aufnahmestück schenkte. Vgl. S. 2008-15.
3 Der Rosenzweig am Dekollete der Dame wurde mit lichtempfindlichen Farben gemalt; er hat seine Farbe gänzlich verloren (vgl. Kat.-Nr. 2008-7).
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