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Dame an Steinbrüstung
Zartheit und Lieblichkeit des Ausdrucks bestimmen das Porträt der an einer Steinbrüstung lehnenden Dame. 1 Courtois wählte für das die Schultern bedeckende Tuch, die Rose am Dekolleté und die leicht geröteten Wangen der Dame Pastelltöne aus dem Rosa-Blau-Violett-Spektrum, die durch den dunkelgrünen Hintergrund besonders zart und nuancenreich wirken. Einen farbigen Kontrast bildet einzig das gelbe Mieder. Der nach links gewandte Oberkörper und der nach rechts schauende Kopf geben der Darstellung Lebendigkeit. Es scheint, als sehe sich die Porträtierte über die Brüstung hinweg nach jemandem um oder als schaue sie in träumender Erinnerung ein inneres Bildnis, das sie sich vergegenwärtigt. Die steinerne Brüstung gibt dem Porträt einen Ruhepunkt, sie bildet mit ihren geraden Formen einen Kontrapunkt zu den eher verspielt wirkenden Rundungen der Locken, den Falten des Schultertuches und der zart angedeuteten Brust in dem weiten Dekolleté.
Die für den heutigen Betrachter eher unnatürlich wirkende linke Hand der Dame entspricht dem Ideal der Zeit. Gerade auf ihre - für einen Miniaturisten nicht einfache - Wiedergabe legte Courtois Wert, indem er sie besonders grazil und feingliedrig wiedergab. Die manieriert wirkende Haltung entspricht der Körpersprache des Rokoko.
J. S. O.
1 Das Motiv der Steinbrüstung nutzte Courtois auch in einer weiteren Miniatur (vgl. Kat.-Nr. 2008-17). Die Pose, die die daran lehnende Porträtierte einnimmt, kam seiner Absicht entgegen, Züge des Sehnsuchtsvollen und des Sinnenden bei den Dargestellten hervorzuheben.
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