Rechts

Ord.Nr.: 10.405
Kat.Nr.: 2008-41

Auf den Leuchttisch legen

Dame mit Maske

um 1750
rechteckig: 6.00 cm x 8.10 cm
galuchatbezogenes Metalletui

Die Dame in dieser Miniatur Königs stellt nicht, wie im Handel behauptet, Elisabeth Christine, Gattin Friedrichs des Großen, dar. 1 Größere Ähnlichkeit besteht mit seiner ältesten Schwester Wilhelmine (1709-1758), die den Erbprinzen von Bayreuth (Kat.-Nr. 2008-116) heiratete. Die Gesichtsform, der kleine Mund, die schlanke lange Nase und die geschwungenen Augenbrauen findet man ähnlich auch in Pesnes Bildnis der Markgräfin. 2
Die Dame trägt ein in Schwarz und leuchtendem Rosa gestaltetes Ballkleid. Die Larve in der Rechten der Dame - häufiges Attribut in Porträts des preußischen Hofmalers Antoine Pesne - soll dem Betrachter zu verstehen geben, dass die Dargestellte sich hier ohne Verstellung zeigt.
Im Hintergrund rechts malte König eine große blumengeschmückte Vase aus vergoldetem Metall und links eine phantasievolle Parkarchitektur. Die rötliche, gerundete Wand ist in Pilaster gegliedert, zwischen denen eine hohe Nische liegt. Die ionischen Kapitelle und der Schmuck an den Pilas­tern sind wieder aus vergoldetem Metall gearbeitet. Was sich genau in der Nische befindet, ist nicht mehr zu erkennen. Möglicherweise ist es ein schlank zugeschnittener hoher Busch, dessen grüne Farbe stark geblichen ist.

B. P.


1 Irrtümlich so bezeichnet bei Christie' s London, 30. April 1996, Nr. 74.

2 Vera Reise und Heidemarie Anderlik, Deutsches Historisches Museum Berlin, halten diese Identifizierung, im Gegensatz zu Peter O. Krückmann, für möglich. Wir danken ihnen herzlich für ihre Mithilfe.