Kataloge
Maria Theresia, römisch-deutsche Kaiserin
Dieses Miniaturbildnis zeigt Maria Theresia in Witwentracht, die sie nach dem Tod ihres Gatten Franz I. Stephan (Kat.-Nr. 2008-4) gestorben am 18. August 1765 in Innsbruck - anlegte. Es kopiert ein Pastellporträt des französischen Malers Joseph Ducreux (1735 -1802), das dieser 1769 während seines Aufenthalts in Wien, wo er die junge Marie-Antoinette porträtieren sollte, malte. 1 Von diesem Porträt existieren zahlreiche Repliken und Kopien, einige davon in der Email- und der Miniaturtechnik.
Der Tod des Ehemannes war für die Kaiserin ein schwer zu überwindender Schlag. Sie äußerte ihre Trauer, indem sie sich das Haar kurz schneiden ließ, ihre Kleider an ihre Kammerfrauen und ihren Schmuck unter die Töchter verteilte. In den fünfzehn Jahren, die sie noch lebte, trug sie nur noch Witwentracht. »Ich kenne mich selbst nicht mehr. Ich lebe dahin wie ein Tier, habe kein Gefühl und keine Vernunft, ich vergesse alles. Um 5 Uhr stehe ich auf, gehe spät zu Bett und tue den ganzen Tag nichts. Ich denke nicht einmal.« 2
B. P.
1 Wien, Akademie der bildenden Künste, Inv. 207. Für eine etwa fünfzehn Jahre früher gemalte Miniatur der Kaiserin s. Kat.-Nr. 2008-15.
2 Auszug aus einem Brief Maria Theresias an ihren vertrauten Berater Graf Silva-Tarouca, zitiert in: Wien 1980, S. 197.
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